Projektdetails
Über Jahrhunderte war die Donau ein ungezähmter Naturraum, dessen hydrologische Dynamik die Schifffahrt gefährdete und Siedlungen durch Überschwemmungen bedrohte. Erst im 19. Jahrhundert veränderten massive Regulierungsmaßnahmen die Flussmorphologie nachhaltig, um den Strom schiffbar zu machen.
Die Sonderausstellung „Die Donau“ in der Österreichischen Nationalbibliothek verknüpfte Kulturgeschichte mit moderner Wissenschaftskommunikation. Sie thematisierte den Fluss nicht nur als Verkehrsstraße und Sehnsuchtsraum der Künste, sondern beleuchtete auch technische Aspekte des Hochwasserschutzes und den Wandel des Ökosystems.
Das Herzstück der Ausstellung bildete die Inszenierung der berühmten Pasetti-Karte von 1857. Für die spektakuläre, 44 Meter lange Installation wurden die historischen Kartendaten digital aufbereitet, um die Hydrographie der Donau im Raum erfahrbar zu machen. Diese Vermittlungsstrategie visualisierte komplexe Daten zur Regulierung sowie zur historischen Biodiversität (Fisch- und Vogelbestände) und übersetzte so das historische Wissen der Donaumonarchie in ein modernes Ausstellungserlebnis.
Sonderausstellung „Die Donau. Eine Reise in die Vergangenheit“ von 29. April 2021 bis 30. Jänner 2022 im Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek, Josefsplatz 1, 1010 Wien.
Di-So von 10-18 Uhr
Katalog zur Ausstellung herausgegeben von Hans Petschar und Elisabeth Zeilinger, Verlag Kremayr-Scheriau, 258 Seiten, 29,90 €;
Produktion: checkpointmedia, Virgil Widrich
Digital: Marc Schuran
Grafikdesign: Nicole Stadler